"Behalte vor Augen, Jüngling, dass die Weltliche
 Wissenschaft namentlich im letzten Jahrhundert alles niedergerissen hat, was uns an himmlischem in den Heiligen Schriften hinterlassen worden ist.  Von allem vormals Heiligen haben die gelehrten der Welt mit ihrer unbarmherzigen Analyse nichts, gar nichts geschont.  Aber immer nur einzelne Teile haben sie niedergerissen, das Ganze aber ist ihren Blicken entgangen, als wären sie mit Blindheit geschlagen.  Und so steht das Ganze unerschütterlich wie vormals da, und die Pforten der Hölle mögen nichts dawider.  Hat es nicht achtzehn Jahrhunderte lebendig bestanden, und lebt es nicht heute noch in den Regungen der einzelnen Seele und in den Regungen der Masse des Volkes?  Sogar in den Seelen der Atheisten, die alles zerstört haben, lebt es unerschütterlich, wie vormals.  Denn auch die, die das Christentum abgeschworen haben, haben im wesentlichen die Physiognomie dieses selben Christentums bewahrt, und behalten sie, denn bisher ist weder ihre Weisheit noch die Glut ihrer Herzen imstande gewesen, ein anderes höheres Ideal des Menschen und der Menschenwürde hervorzubringen, als das seit alters durch Christus gegebenes Ideal.  Was sie auch versucht haben, nur Missgebilde haben sie hervorgebracht.  Das behalte vor Augen, Jüngling, denn von deinem Scheidenden Staretz bist du für die Welt bestimmt worden.  Vielleicht, wenn du dieses grossen Tages gedenkst, wirst du auch der Worte nicht vergessen, die ich dir als Geleit auf den weg gebe.  Du bist noch jung, die Versuchungen der Welt aber sind gewaltig, und deine Kräfte werden nicht ausreichen ihnen zu wiederstehen.  Und jetzt geh, du Verwaister."        
"Remember, young man, unceasingly, that the science of this world, which has become a great power, has, especially in the last century, analysed everything divine handed down to us in the holy books. After this cruel analysis the learned of this world have nothing left of all that was sacred of old. But they have only analysed the parts and overlooked the whole, and indeed their blindness is marvellous. Yet the whole still stands steadfast before their eyes, and the gates of hell shall not prevail against it. Has it not lasted nineteen centuries, is it not still a living, a moving power in the individual soul and in the masses of people? It is still as strong and living even in the souls of atheists, who have destroyed everything! For even those who have renounced Christianity and attack it, in their inmost being still follow the Christian ideal, for hitherto neither their subtlety nor the ardour of their hearts has been able to create a higher ideal of man and of virtue than the ideal given by Christ of old. When it has been attempted, the result has been only grotesque. Remember this especially, young man, since you are being sent into the world by your departing elder. Maybe, remembering this great day, you will not forget my words, uttered from the heart for your guidance, seeing you are young, and the temptations of the world are great and beyond your strength to endure. Well, now go, my orphan."

-Fjodor Dostojewski